Wo Standard aufhört – intelligente Regelung für Wasserkraftanlagen

23. August 2026

von: Klaus Bilgram

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Inhaltsverzeichnis
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    Bilgram~Wasserkraft kommt ins Spiel, wenn Standard nicht mehr ausreicht

    Doch keine Wasserkraftanlage ist exakt wie die andere.

    Fallhöhe, Wassermenge, Turbinentyp, Wehrgeometrie, Antriebe und hydraulische Verhältnisse unterscheiden sich. Eine Standardlösung kann deshalb zuverlässig funktionieren – ohne das Optimum aus der jeweiligen Anlage herauszuholen.

    Eine Optimierung beginnt dort, wo der Standard aufhört.

    Automatisierung einer Wasserkraftanlage – vom Standard zur individuellen Optimierung

    Präzise Messwerte als Grundlage

    Eine gute Regelung beginnt mit einer präzisen Erfassung des tatsächlichen Anlagenzustands.

    Wir setzen beispielsweise auf:

    • Pegelstandsmessung in Millimeter
    • Öffnungsmessung von Turbinen bis in den Bereich von 0,1 %
    • hochauflösende Erfassung von Schleusen- und Wehrstellungen

    Dabei gilt ein wichtiger Grundsatz:

    Messen und Stellen sind zwei unterschiedliche Dinge.

    Eine hohe Messauflösung bedeutet nicht, dass ein Antrieb bei jeder kleinsten Veränderung nachgestellt wird. Im Gegenteil: Je genauer die Steuerung eine Veränderung erkennt, desto besser kann sie entscheiden, ob und wie stark eine Reaktion notwendig ist.

    Warum Millimeter messen?

    Eine Pegelmessung in Zentimeterschritten scheint zunächst sinnvoll: weniger Änderungen des Messwertes müssten zu weniger Stellbewegungen führen.

    In der Praxis greift diese Betrachtung zu kurz.

    Eine hochauflösende Messung liefert wesentlich mehr Informationen über die tatsächliche Entwicklung des Pegels. Entscheidend ist, was die Software aus diesen Informationen macht.

    Die Messwerte werden mathematisch aufbereitet und gefiltert. Kurzzeitige Schwankungen können so von tatsächlichen Veränderungen unterschieden werden. Unsere PID-Regelungen erfassen kleinste Veränderungen und entscheiden anschließend, ob keine, eine feine oder eine stärkere Nachführung erforderlich ist.

    Das Ziel ist nicht möglichst häufiges Regeln, sondern eine ruhige und gleichzeitig präzise Regelung.

    Mehr Information – weniger Bewegung

    Eine Pegelmessung im Millimeterbereich bedeutet also nicht, dass Turbine oder Wehr millimeterweise nachgeführt werden.

    Durch das Zusammenspiel von hochauflösender Messtechnik, mathematischer Filterung und einer auf die Anlage abgestimmten Regelung können unnötige Stellbewegungen vermieden und längere Stillstandszeiten der Antriebe erreicht werden.

    Wir wollen möglichst genau wissen, was in der Anlage passiert – ohne deshalb ständig in die Anlage einzugreifen.

    Optimierung bedeutet, die Anlage zu verstehen

    Genau hier liegt der Unterschied zur reinen Standardlösung.

    Messauflösung, Filter, PID-Regler, Stellgeschwindigkeiten und das hydraulische Verhalten müssen auf die jeweilige Wasserkraftanlage abgestimmt werden. Dabei entwickeln wir nicht für jedes Kraftwerk alles neu. Wir nutzen bewährte Softwarebausteine und verbinden diese mit den individuellen Eigenschaften der Anlage.

    Bilgram kommt ins Spiel, wenn Standard nicht mehr reicht.

    Denn eine gute Regelung reagiert nicht auf jede kleinste Veränderung. Sie erkennt kleinste Veränderungen – und entscheidet, wann eine Reaktion wirklich notwendig ist.

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